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California II - Seitenwagenumbau

 

Den Umbau habe ich angefangen mit dem Hinterrad. Ist ja auch logisch, oder ? Das Pferd von hinten aufzäumen. Spass beiseite, aber hierzu gibt es nicht allzu viel zu erzählen, da es neben dem auswechseln der Bremsscheiben nur quasi aus einem austauschen der Räder bestand. An die neue Optik des „kleinen“ Rades muss ich mich noch gewöhnen. (Bild-1)

So, nun ging es an das Vorderteil der Cali. Hier hatte ich nun mit der Montage der Schwinge die erste grössere Hürde vor mir (Bild-2).

Als erstes wurde der Wagenheber unter der Ölwanne angesetzt um das Vorderrad für die Demontage zu entlasten. Während der Demontage der beiden Tauchrohre bemerkte ich infolge der erleichterten Gabeleinheit die nicht mehr ganz Jungfräulich funktionierenden Lenkkopflager (Bild-3).

Nach der Demontage der oberen Gabelbrücke und dem lösen der Kopfverschraubung, wird der Lenkstock eigentlich nur noch mit dem oberen Lager im Lenkrohr gehalten. Somit brauchte es nur noch wenige sanfte Schläge mit dem Gummihammer auf das Lenkstockrohr um dieses nach unten auszufahren. Achtung, unbedingt darauf achten das der Lenkstock von unten gehalten wird, weil dieser fällt plötzlich und schnell nach unten raus (Bild-4).

Jetzt, wo der Lenkkopf offen und gut zugänglich vor mir lag, bestätigte sich der Lenkkopflagerdefekt infolge gut sichtbar eingelaufener Lagerschalen. Da beim künftigen Seitenwagenbetrieb der Lenkkopf durch den zu erwartenden seitlichen Druck in den Kurven höher belastet wird, nutzte ich natürlich diese Umbausituation um beide Lager zu ersetzen (Bild-5 und Bild-6).

Das austreiben der Lagerschalen im Lenkkopf ist mit einem gutem Schraubenzieher noch einfach zu machen. Das Kugellager am Lenkstockfuss braucht um ohne Gewalt oder sonstigen „Murks“ abgezogen zu werden eine solide Abzugsvorrichtung. Die Lagerabzugvorrichtung konnte ich ausleihen. Das eintreiben des neuen Kugellagers auf das

 

Lenkstockrohr kann mit einem Winkelrecht geschnittenem Rohr das über das Lenkstockrohr passt und auf dem inneren Lagerring aufsetzt gemacht werden (Bild-7).

Danach wurden die beiden neuen Lagerschalen oben und unten im Lenkrohr mit dem Gummihammer unter gefühlvollen sanften Schlägen wieder in die richtige Position getrieben (Bild-8).

Nun wurde der Lenkstock mit dem neuen Kugellager auf die Standrohre der Schwinge eingeschoben und mit der Klemmung fixiert. Bevor die Schwinge in das Lenkrohr eingesetzt wird, habe ich mit viel Kugellagerfett das Lager, das Lenkrohr und die Schwingenstandrohre eingeschmiert (Bild-9).

Das einfahren der nicht gerade leichten Schwinge in den Lenkkopf ist alleine noch knapp machbar, aber zugleich dann oben am Lenkkopf das Gegenlager einsetzen und die Lagerverschraubung montieren ist unmöglich. Aus diesem Grund habe ich mir ein Kantholz (10cm x 10cm) in der richtigen Länge zugesägt. So konnte ich nach dem einfahren der Schwinge in den Lenkkopf diese von unten abstützen. Nachdem somit die Schwinge relativ stabil am/im Rahmen hing, ist das einsetzen des Kugellagers und der Lagerverschraubung oben am Lenkstock einfach machbar.

Nun galt es durch das anziehen der oberen Lagerverschraubung das Lagerspiel im Lenkkopf einzustellen. Das richtige Einstellen des Lenkkopflagerspiels kann ich hier nicht in wenigen Worten weiter erklären, es ist bei mir eine Sache des Gefühls und der Erfahrung. Der Lenker und die Lampe wurden danach umgehend wieder montiert So, nun erkennt man schon gut wie es einmal aussehen wird (Bild-10).

Die holprigen und ausgeleierten Kugellager in der Bremsankerplatte des Vorderrades wurden natürlich umgehend gegen neue ausgetauscht. Die Verbindung der Rückhaltestangen zur Schwinge mussten noch mit Reduktionsmuffen an die Bremszangen angepasst werden (Bild-11).

So nun kommt der Moment der Wahrheit. Da liegt nun ein Rahmen eines Seitenwagens neben der Aufnahmebereiten Cali-2. Viele

 

Anbauteile und Verschraubungen müssen aber zuerst ihren richtigen Anbauplatz finden. Es war eine lustiges Puzzlespiel dies rauszufinden. Vorab wurde aber das Fahrgestell gereinigt und die Schleppschwinge am Drehpunkt wieder gängig gemacht und gefettet.

Auch die Bremszange hat sich sicherlich schon länger nicht mehr bewegt (Bild-12).Dies bedeutete auch noch zuerst eine Zerlegung und Revision. Klar auch, dass sämtliche Verschraubungen durch Rostfreie Schrauben ersetzt wurden.

Juhu, es ist vollbracht. Hier nun das erste Bild, wie die Cali das erste Mal ganz alleine ohne irgendwelche Stützen dasteht (Bild-13). Ein richtiges Gespann in meiner Werkstatt (nochmals Juhu). Ich habe diesen Anblick sehr genossen und auch ausgiebig provisorisch getestet. Bevor nun aber das Boot auf den Rahmen gesetzt werden kann muss noch zuerst die Hydraulische Bremsleitung des Seitenwagens mit der Cali Bremse verbunden werden. Bei wird also in Zukunft mit der Fussbremse das Hinterrad und das Vorderrad der Zugmaschine und neu zusätzlich das Seitenwagenrad gebremst. Auch die Handbremse gilt es noch zu montieren und anzuschliessen. Die Einstellungen der beiden Bremsen und die Entlüftung der Hydraulik nahm noch einige Zeit in Anspruch.

Was nun noch angegangen werden musste, war natürlich der schönste Teil der Arbeit. Das Boot wurde auf den Seitenwagenrahmen aufgesetzt und verschraubt (Bild-14). Die Elektrik für die Beleuchtung zu montieren war dann noch ein Kinderspiel (Bild-15).

Wie weiter? Die Optik des Seitenwagens, d.h. die Lackierung (natürlich auch in Weiss wie die Zugmaschine) muss irgendwann in einem Winter sicherlich noch angegangen werden. Aber im Moment soll sie sich auch mit der alten Optik bewegen. Auch die Sitzgarnitur und das Interieur im Boot müssen in absehbarer Zeit noch gemacht werden.

 

Bilder des Umbau's

 
Bild 1
 
Bild 2
 
Bild 3
 
             
 
Bild 4
 
Bild 5
 
Bild 6
 
             
 
Bild 7
 
Bild 8
 
Bild 9
 
             
 
Bild 10
 
Bild 11
 
Bild 12
 
             
 
Bild 13
 
Bild 14
 
Bild 15
 

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