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Grosse Motorrevision
Kupplung-, Zylinderkopf-, und Getrieberevision
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Einleitung Sommer 2007; das Cali-2 Gespann ist mit allen Ferienutensilien bepackt und Reisfertig. Meine beiden Guzzi- Reisekameraden sind auch soeben bei mir eingetroffen und somit kann es losgehen. 18 Kilometer später; Rote Ampel wird grün; Kupplung ziehen erster Gang einlegen; beim einkuppeln kommt aber nur noch ein hässliches Geräusch aus dem Bereich des Getriebes. Rrrrrrr, Rrrrrr, Ratter Ratter, nichts bewegt sich mehr vorwärts. Ein Geräusch das ich sicherlich nie mehr vergessen werde. Also wird nun halt das voll gepackte Gespann mit Muskelkraft (Bergauf) in den in der Nähe liegenden Tankstellenbereich geschoben. Was nun ? Die Antwort ist ja klar, zuerst innerliches Fluchen und anschliessend Ursachenforschung. Resultat; die Cali-2 hat schon über längere Zeit mit einem komischen Klacken und Rucken aus dem Bereich des Getriebes kund getan, dass hier einmal eine nähere Untersuchung nötig sei. Dies wurde meinerseits aber Gedanklich auf den Winter vertagt, da hat man ja die Zeit dafür. Nun ist der Winter halt schlagartig eingetroffen. Während der Pannenanalyse wurde unter anderem auch der Motor angelassen und siehe da, man kann wieder anfahren. Ohne den Motor abzustellen wurde schnellsten entschieden dass ich umgehend wieder nach Hause fahre und auf die Cali-3 umpacke. Nach diesem Geräusch trauten wir dem Gespann natürlich unsere Italienrundfahrt nicht mehr zu. Gesagt, getan und sie hat mich bis auf 1400 Meter wieder nach Hause gebracht. Danach lies sich kein Gang mehr einlegen. |
So, die Ferien sind (gut) vorbei und nun geht es an das Eingemachte. Unsere Feriengespräche über die anstehende Reparatur haben klar ergeben dass es die Kupplung sein muss. Was meinerseits dagegen sprach ist der Umstand dass diese vor dem Umbau zum Gespann erneuert, und erst ca. 8000 km gelaufen ist. Um nun an die Kupplung zu gelangen braucht man ja nur das Getriebe auszubauen und dies geht ja noch, da dies ohne den Motor auszubauen zu bewerkstelligen ist. Als erstes wird die Hinterradschwinge ausgebaut um Platz zu schaffen dass das Getriebe nach hinten geschoben werden kann um es dann einfach nach unten aus dem Rahmen nehmen zu können (Bild 1). Denkste, das ging vielleicht vor dem Umbau zum Gespann (Bild 2). Nun sind am Rahmen noch zusätzlich Aufnahmen verschraubt um den Seitenwagen anzubauen. Diese müssen also zuerst auch wieder demontiert werden. Doch der Motor kann nach dem entfernen des hinteren Seitenwagen Anschlusses aber immer noch nicht abgesenkt werden, da auch noch der vordere Anschlagpunkt für den Seitenwagen dies verhindert. Also wird der ganze Seitenwagen abgeschraubt. Der Blick auf die nun freiliegende Kupplung setzte mich in Erstaunen (Bild 8). Da liegen doch einige Teile einfach lose in der Kupplung. Dies veranlasste mich den Motor für ein genaueres Begutachten doch auch noch auszubauen. Dazu wurden die Rahmenunterzüge demontiert. (Bild 3 und 4). Jetzt zeigte sich die Kupplungsproblematik klar und deutlich auf (Bild 9). Die Vernietungen der Reibscheiben auf dem Mitnehmer sind alle abgeschert (Bild 10). Der Kupplungstyp ist also sicherlich nicht für die Belastungen im Gespannbetrieb ausgelegt. Da das Getriebe nun schon mal ausgebaut auf dem Tisch lag, nutzte ich die Gelegenheit auch dort einmal einen Blick rein zu werfen. Für die Demontage des Getriebes braucht es einige Spezialwerkzeuge, weshalb ich diese Arbeit wieder einmal bei Tom in seiner Toms-Guzzeria machen durfte (Bild 11 und 12). Eine genauste Begutachtung aller Innereien ergab aber keinerlei Probleme, alles ist im Toleranzbereich (Bild 13). Diese Kontrolle aller Getrieberäder und dessen Zustände überraschte mich schon, hat das Getriebe doch schon eine Laufleistung von nahezu 120'000 Kilometer hinter sich. Ein Lager der Getriebehauptwelle wurde aber vorsorglich dann doch |
noch ausgetauscht. Da ja nun auch die demontierte Motoreinheit auf meinem Arbeitstisch Platz nehmen durfte, lies ich es mir nicht nehmen, der Problematik der Metallablagerung im Ölsumpf (Bild 6) genauer nach zu gehen. Vor geraumer Zeit hatte ich auch schon wegen schlechtem Leerlauf und Gasannahme beide Zylinder mit Druckluft abgedrückt und konnte damals gut feststellen dass die Auslassventile nicht unbedingt mehr die besten sind. Jetzt ist also der beste Zeitpunkt beide anstehenden Arbeiten zu erledigen. Auf der Suche woher die Ablagerungen im Ölsumpf stammen könnten wurde der Zylinderkopf, die Zylinder, die Kolben, die Pleuel, die Nockenwelle, die Kurbelwelle, oder einfach gesagt der komplette Motor zerlegt (Bild 14 bis 19). Sämtliche Teile wurden genauestens Begutachtet und vermessen. Auch hier, wie bei dem Getriebe auch, konnte bis auf die Steuerkette keine auffällige Verschleisserscheinung festgestellt werden. Beim Zusammenbau des Motors erhielt dieser dann eine, wie man mir versicherte, „Standfestere“ neue Kupplungseinheit und eine neue Steuerkette (Bild 20 und 21). Die beiden Kolben wurden von der Ölkohle befreit und die Kolbenringe für gut zum wieder Einbau befunden. Auch der Zündverteiler wurde gereinigt und mit neuen Unterbrecher und Kondensser ausgestattet (Bild 23). Der Austausch der Undichten Auslass- Ventilführungen im Zylinderkopf kann man nicht selbst bewerkstelligen. Dazu wurden beide Köpfe in ein Zylinderschleifwerk geschickt. Dort wurden die neuen Führungen sowie beide Auslassventile inkl. Einschleifen für mich quasi einbaufertig erledigt (Bild 24). Als viele Stunden später das Gespann fahrfertig wieder vor mir stand, erschrak ich plötzlich, weil ich eigentlich immer noch nicht wusste woher die Metall- Ablagerungen auf der Ölablass Schraube stammen. Das einzige Motorteil das ich nicht demontiert und kontrolliert hatte war die Ölpumpe. Die Ölpumpe ist ein Bauteil das Magnetische Komponenten beinhaltet und somit eine Potenzielle Möglichkeit ist. Solange aber der Öldruck hoch genug und stabil ist, können der Ausbau und die Kontrolle bis zum nächsten Winter warten. |
Bilder der Revision
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Bild 1 |
Bild 2 |
Bild 3 |
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Bild 4 |
Bild 5 |
Bild 6 |
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Bild 7 |
Bild 8 |
Bild 9 |
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Bild 10 |
Bild 11 |
Bild 12 |
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Bild 13 |
Bild 14 |
Bild 15 |
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Bild 16 |
Bild 17 |
Bild 18 |
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Bild 19 |
Bild 20 |
Bild 21 |
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Bild 22 |
Bild 23 |
Bild 24 |
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