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Restauration einer V7 850 California (Jg. 1974)
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„Na, wäre dies nicht etwas für dich?“ und zeigt dabei in Richtung der Hebebühne in seiner Werkstatt. Da steht SIE, eine V7 850 California. Ich höre Toms (Toms Guzzeria) Frage noch heute in meinen Ohren. Zuerst denke ich für mich, „Was soll das, verarschen kann ich mich selber“. Na ja, gab ich auf seine Frage zurück, sicherlich wäre das etwas für mich, als ob ich dir nicht schon seit längerem mit dem Wunsch nach solch einem Objekt in den Ohren liegen würde. Innerlich denke ich mir; wenn sie bei Tom auf der Hebebühne steht ist es ja eh eine Kundenmaschine. Natürlich stecke ich meine Nase trotzdem tief in die V7 die da auf der Hebebühne steht. Dabei denke ich für mich; schade, so eine tolle Diva in solch einem desolaten, ungepflegten und verbasteltem Zustand. Wie können gewisse Menschen solch einer Maschine das nur antun. Während ich so gedanklich versunken um die V7 schlich, vernahm ich von Tom so nebenbei, das er diese V7 erst kürzlich erhalten habe und das es sich für Ihn aber nicht rentieren würde diese für den Verkauf aufzuarbeiten. Schlagartig kehre ich aus meinen Versunkenen Gedanken um die V7 zurück in die Reale Welt. Jetzt bin ich natürlich ganz Ohr für Ihn. Verstehe ich richtig, frage ich sicherheitshalber zurück, diese Maschine währe also zu haben? Nach einer für mich positiven Zustimmung seinerseits, konnte nur noch eine exorbitante Preisvorstellung unsere weitere Freundschaft trüben. Sagen es wir so, wir pflegen weiterhin eine gute Freundschaft und die Maschine steht nun bei mir in der Werkstatt. Der Ist- Zustand der V7 kann man gut an den ersten Bildern erkennen. Der Gedanke war für mich klar, eine Instandsetzung muss sanft, d.h. mit einer Erhaltung der Patina geschehen. Die Sport- Stossdämpfer hinten und der V7-850-GT Sattel, sowie die Harley Windschutzscheibe müssen aber unbedingt gegen die Originalteile der California Ausführung ersetzt werden. Ich werde nun hier in diesem kurzen Bericht aber nicht auf alle Details der Restauration eingehen, sonst würde dieser Bericht kaum kurz. Nach der Demontage des Sattels und dem Tank, wurde mir schnell klar warum dass das Licht und die Blinker nicht funktionierten (Bild 1-4). Nach der Demontage der Schutzbleche sah man das Chaos der Elektrik noch viel besser, das die überhaupt noch fahren konnte, wunderte mich. Nach längerem Studium wie die Elektrik hier funktionieren soll, gab ich irgendwann auf und entschied mich einen neuen Kabelbaum anzufertigen. Alles was mit Strom zu tun hat wurde entsorgt (Bild 5-12). Jetzt da sie so halb nackt vor mir stand, musste ich mich doch für eine neue Pulverbeschichtung des Rahmens entscheiden. Zu viele versteckte sowie aber auch sichtbare Roststellen erkannte man am Rahmen erst jetzt richtig und Patina hat bekanntlich mit Rost nicht viel zu tun (Bild 13-15). Zum Glück hatte ich mich für eine Neubeschichtung des Rahmens entschieden, sonst hätte ich die Schwingenlager, oder was davon übrig war nicht so schnell gesehen. OK. neue Schwingenlager will ich ihr gönnen (Bild 16). Dem gestrippten Rahmen anschliessend noch den Motor zu berauben, war eine Kleinigkeit. Danach ging es an die Demontage der Gabel. Das abnehmen der oberen Gabelbrücke konnte aber nur mit der Schlagkräftigen Überzeugung eines Riesengummihammers „gelöst“ werden (Bild 17-18). Wer sagt denn eine Guzzi California sei so schwer? Der nackte Rahmen kann nun sehr handlich in der Werkstatt bewegt werden (Bild 19). |
Der arg verschmutzte Motor und das Getriebe wurden erst einmal beiseite gestellt. Im Moment hatte ich von Dreck und Fett die Nase gestrichen voll. Aber nun wurde ja die letzte grobe Schmutzarbeit angegangen, Schleifen, Schleifen, Schleifen. Nachdem der ganze Rahmen abgeschliffen, gereinigt und abgedichtet war brachte ich ihn zum Pulverbeschichten ins Lackierwerk. In der Zwischenzeit ging ich die beiden Räder an. Diese sollen ja nach erhalt des neu beschichteten Rahmens ja als erstes wieder montiert werden. Von wegen kein Dreck mehr. Zuerst meinte ich dass die Naben und die Speichen Schwarz lackiert seien, auch hier war Reinigung resp. Glasperlstrahlen angesagt. Beim näheren Betrachten stellte ich auch noch fest, das drei Speichen oder besser gesagt Speichennippel gebrochen waren. Also ist es nahe liegend wenn beide Räder Sicherheitshalber und zur besseren Kontrolle ausgespeicht werden (Bilder 21-24). An den beiden Radnaben wurden die Radlager abgezogen und umgehend entsorgt, mehr waren auch diese nicht mehr Wert. Danach wurden die Naben Glasgeperlt und erhielten neue Lager. Beide Schutzbleche haben dann auch noch einiges an Arbeit ergeben (Bild 25). Wenn ich nun meinte dass die Gröbste Schmutzarbeit hinter mir liege, so habe schnell bemerkt dass der Dreckigste Abschnitt erst noch kommt. Gibt es Schmutzanfälligere Arbeit als Metallteile zu Polieren? Ja, Aluminiumteile. Zum Glück half mir mein Vereinskollege Richi dabei tatkräftig mit. Ohne seine Poliermaschinen hätte ich das alles von Hand gar nicht so gut geschafft. Richi erhielt dafür als kleines Dankeschön meine Zusage dass er als erster die Cali nach der Fertigstellung fahren darf. Trotz der grossen Dreckarbeit konnte man aber doch schon einen Lichtblick am ende des Tunnels erkennen. Jedes Teil, d.h. jede Speiche, alle Speichennippel, die Felgen usw. konnten für den Zusammenbau quasi als sauberes Neuteil in die Hand genommen werden (Bilder 26-29). Der nun beginnende Neuaufbau ist der schönste teil jeder Restaurierung. Endlich nur noch sauberes Material und vor allem nur noch sauberes Fett. Dieser Abschnitt sollte eigentlich nie so schnell enden, aber man will ja ab einem bestimmten Punkt auch wieder damit Fahren. Als erstes wurden die beiden Räder wieder eingespeicht, zentriert und gespannt (Bilder 30-31). Wau, Arbeit ohne dreckige Hände. Der Motor wurde anstatt wie zuerst geplant mit Glasperlstrahlen mit Alureiniger aufgearbeitet. Diese Methode bedingt keine grosse Zerlegung, oder Abdichtung des Motors. Das Resultat sah danach effektiv fast neu aus (Bild 32). Da der Motor und das Getriebe bei der Übernahme gut funktionierten, sah ich für den Moment keinen Anlass dieses auch noch zu Sezieren. Nun konnte als nächstes Hochzeit gefeiert werden. Der Motor und der Rahmen fanden wieder zueinander. Das mit neuen Lenkkopflagern bestückte Gabeljoch mit den beiden Standrohren nahm auch am Fest teil (Bild 33). Umgehend danach wurde sofort der neu verchromte Lenker montiert. So jetzt kann jeder erkennen was es wieder einmal sein wird. Mir gefällt das Bild 34 sehr gut, eine ausgewachsene Cali-3 neben der noch kleinen nackten Cali-1. Um nun die Cali-1 schnellst möglich auf die eigenen Beine, resp. Räder zu stellen, musste zuerst noch die Hinterradschwinge inkl. neuen Lager montiert und eingestellt werden (Bild 35). Beide Schutzbleche erhielten nach dem Entfernen der alten Bitumenschicht im Radlauf einen neuen und vor allem modernen Rostschutzanstrich (Bild 36). Die zwei revidierten Koni Stossdämpfer die bei mir noch in einer Kiste lagen, durften nun ihren neuen Arbeitsplatz kennen lernen. So sind also die Schwinge und der auch schon montierte und justierte Kardan bereit für die Radmontage (Bild 37). Die Bilder 38 (vor der Rest. Bild 14) und 39 (vor der Rest. Bild 2) zeigen schön die Veränderung auch in den Details. Der Anlasser wie auch die Lichtmaschine wurden total zerlegt, vermessen, gereinigt, und neu Lackiert wieder an den Motor angebaut (Bilder 40-41). |
Die frisch überarbeiteten Krümmersterne machen nun auch wieder was her (Bild 42). Für die Bedienung der Lichter, Blinker und Hupe musste ich mich für ein Neuteil entscheiden da das alte Teil auf keine Art und Weise mehr zu restaurieren war. Ich denke aber dass hier niemand gross bemerken wird dass dies nun halt eben ein Suzuki Teil ist (Bild 43). Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zum Glück noch nicht was da elektrisch noch auf mich zukommen wird. Bild 44 zeigt nun wieder schön was in Zukunft Zentral in meinem Blickfeld liegen wird. Es ist schon ein imposantes Teil, wo sieht man heute noch solch grosse Tachos. Bei der Tachokonsole konnte ich mich lange nicht richtig entscheiden ob ich sie Polieren, oder nur sauber gereinigt wieder montieren will. Da mein Grundgedanke aber eher auf eine gewisse Erhaltung der Patina zielte, wurde die Konsole ohne Hochglanzpolierung wieder montiert. Auch die Ventildeckel und die Keilriemenabdeckung sind nicht wie man vielfach sieht auf Hochglanz gebracht worden (Bild 33). Im Ganzen gesehen gefällt sie mir so heute effektiv besser. Das restaurierte Schutzblech für das Vorderrad, der Scheinwerfer, sowie die Windschutzhalterungen an den Gabelholmabdeckungen (Bilder 45-46) ergaben nach der Montage schon einen recht guten Eindruck der einmal fertig aufgebauten Cali. Nach der Montage der beiden Vergaser (Bild 47) lud die Cali nun förmlich dazu ein endlich das erste Mal Probe zu sitzen. Die ursprünglich montierte Harley Windschutzscheibe wollte ich unbedingt durch eine Guzzi typische Windschutzscheibe ersetzen. Die Windschutzscheibe kann man als Ersatzteil heute immer noch kaufen, jedoch sind leider die Halterungen (die mit den weiten Auslegern) für die Scheibe nicht mehr Lieferbar. Hier war nun also wieder Eigeninitiative erforderlich. Ich konnte die Masse einer Originalhalterung ausmessen und diese dann aus Chromstahl selbst herstellen (Bilder 49-50). Fräsen, Bohren, Biegen, Schweissen, auch das sind doch die schönen Arbeiten an einer Restauration.
Text wird demnächst fertiggestellt. |
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Bilder der Ausgangsbasis
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Bilder der Restauration
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Der Originalsattel ist noch in Arbeit.
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